Nach dem Abitur: Weiterlernen in Afrika

Bereits im Kindergarten waren sie befreundet. Sie wohnen in der Helgebachstraße und besuchen gemeinsam den Jugendbibelkreis im K11. Da verwundert es nicht, dass Friederike Baumann und Ursula Kniese nun ähnliche Pläne haben: Beide wollen nach dem Abitur humanitäre Hilfe in Afrika leisten.

Ich treffe die Mädchen bei der Vorbereitung für den Kindergottesdienst im Dom. Was hat sie zu dem Wunsch motiviert, sich im Ausland zu engagieren? Friederike hat Freunde, die mit einem solchen Einsatz wertvolle Erfahrungen gemacht haben – vor allem bei christlichen Organisationen. Sie wird mit der Caritas in einem katholisch geprägten Dorf im Südwesten Tansanias arbeiten. Dort erhält sie unterschiedliche Aufgaben in einer Kindertagesstätte. Gespannt ist sie darauf, wie Afrikaner ihren Glauben leben und in den Alltag integrieren. Die unbekannte Kultur und der Katholizismus interessieren sie ebenso wie die Sprache Suaheli, die sie lernen soll.

Auch Ursula möchte eine fremde Kultur kennenlernen. Ihr Einsatzort ist ein Kinderheim. Dieses befindet sich in ländlicher Gegend im Zulu-Gebiet im Nordosten Südafrikas. 23 Jahre nach dem offiziellen Ende der Apartheid ist sie neugierig darauf, was sich in dem Land wirklich verändert hat und wie die Menschen miteinander umgehen. Den Kindern, die ihr anvertraut werden, möchte sie vor allem etwas Gutes tun. Die Alltagssprache ist Englisch. Da sie mit der Organisation Arbeitsgemeinschaft Pfingstlich Charismatischer Missionen (APCM) ausreist, wird sie zusätzlich die charismatische Glaubenspraxis kennenlernen.

Die beiden Wetzlarerinnen freuen sich, wenn die Kirchengemeinde sie durch Gebet unterstützt. Außerdem bitten Caritas und APCM die Ehrenamtlichen um einen monatlichen Kostenbeitrag. Auch hier ist jede Hilfe willkommen. Ursula reist Ende August aus, Friederike Anfang Oktober. Sie freuen sich auf die Erfahrungen, die sie in Afrika mit Gott machen werden. Doch noch sind sie in Wetzlar. Und so wenden sie sich nach unserem Gespräch wieder der Frage zu: „Welches Lied sollen wir denn jetzt morgen im Kindergottesdienst singen?“

Elisabeth Hausen

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