Das geistliche Wort

Liebe Gemeindeglieder,

Menschen müssen trinken – am besten Wasser. Das wissen wir alle. Wer keinen Durst spürt, der lebt gefährlich. Darum achten wir bei kleinen Kinder und bei alten Leuten gut darauf, dass sie genug trinken. Durst empfinden und den Durst löschen – das sind Urerfahrungen aller Menschen.

Wenn Gott uns Menschen etwas sagen will, dann  redet er verständlich – Gott sei Dank! In der Johannes-Offenbarung ist ein Versprechen zu finden, das uns als Ermutigung für das neue Jahr gegeben ist:

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“(Offenbarung des Johannes 21,6)

Ja, Gott redet! Er schweigt nicht, weil er die Not von Menschen sieht und ihm das nicht gleichgültig ist. Der Gott, von dem die Bibel erzählt, ist ein personales Gegenüber und Er ist voller Liebe zu seinen Geschöpfen. Auch wir zählen dazu. Wer ist gemeint? An wen richtet sich dieses Angebot?

An den Durstigen – da höre ich zwei Dinge heraus: zum Einen den Respekt vor der Freiheit des Menschen. Es geht um ein Angebot – mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Und das Andere: da spricht einer, der etwas Wertvolles verschenken will. „Lebendiges Wasser“ – was soll das sein? In mir kommen Bilder hoch von einer sprudelnden Quelle: klares, reines und kühles Wasser. Der ideale Durstlöscher nach einer Wanderung, wenn einem der Schweiß auf der Stirn perlt. Erfrischend und im Moment kostbarer als alles. Wie gut, dass es lebendiges Wasser gibt. So lässt sich gestärkt weitergehen.

Doch halt! Das greift doch zu kurz. Selbst der beste Schluck Quellwasser hilft nur einen Moment. Und für solchen Durst, da brauche ich wahrlich keinen Gott, der ihn stillen würde.

Beim Versprechen Gottes, da muss doch mehr dahinter stecken. Da geht es doch um eine Antwort auf Lebensdurst. Darum, dass hier einer Erfüllung anbietet, wo ich eine unstillbare Rastlosigkeit in meiner Seele spüre. Und mir fällt ein anderer Satz aus dem Evangelium ein. Da hat Jesus einmal ausgerufen: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ – was für den leiblichen Durst die Quelle ist, das ist für den Durst meiner Seele Jesus Christus, die Mensch gewordene Seite Gottes.

Um Glauben an Jesus geht es Gott also. Darum, dass wir bei ihm das entdecken, was uns nicht nur sehr gut tut, sondern was uns lebendig erhält. Was unserem Leben Schwung gibt. Was in uns Hoffnung weckt und den Mut, unseren Weg weiterzugehen. All das will Gott uns geben – in Freiheit können wir zu ihm kommen, wann immer wir Durst spüren. Versprochen!

Björn Heymer

 

 

 

 

 

 

 

 

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