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Das geistliche Wort

Liebe Gemeindeglieder,

Der Monatsspruch für Dezember sind die letzten Zeilen aus dem Lobgesang des Zacharias. „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ (Lukas 1, 78-79). Zacharias ist begeistert. Darum singt er. Der schon verloren geglaubte Wunsch nach einem Nachkommen ist auf wunderbare Weise erfüllt. Ein Engel hatte es angekündigt. Zacharias hatte es – natürlich! – nicht geglaubt. Aber jetzt ist es so weit: Johannes, den wir den Täufer nennen, ist auf die Welt gekommen. Und mit ihm kam die Verheißung, dass er dem Retter, der von Gott kommt, den Weg bereitet. Zacharias singt das Lob Gottes, singt von Erlösung, davon, dass auf Gottes Wort Verlass ist, dass Gott barmherzig ist und seine Menschen nicht vergisst. Denn: Gott hält sich an die alten Worte, die von ihm geschrieben stehen. Zacharias und sein Lobgesang bereiten das Weihnachtsfest vor. Er lenkt unser Denken einmal in eine andere Richtung: dahin, die helle Seite unseres Lebens zu entdecken. Das wäre ein schönes Programm für die Adventszeit, die uns wie kaum eine andere Zeit hilft, den Glauben daran, dass es mit Jesus hell wird im Leben, diesen Glauben auch Gefühl werden zu lassen und so den ganzen Körper zu informieren: durch Gebäck und Getränk, durch Kerzenschein und Klang der Lieder.

Durch die Sinnlichkeit des Advents kann das, was zusammengehört, Gott und Mensch, wieder zusammenfinden. Was in der Welt gut ist, schön ist, großartig, reizvoll und geheimnisvoll, das sucht in der Zeit des Advents Resonanz in uns.

Für Zacharias waren die sinnlichen Schönheiten der Welt Hinweis auf Gott und er war begeistert.

Spekulatius und Glühwein allein machen´s freilich nicht. Wir brauchen Mut, das Gute zu sehen und das Gute zu tun. Den gewinnt man vielleicht im Verlauf eines Gottesdienstes. Besuchen Sie gelegentlich wieder einmal einen Gottesdienst. Er ist eine schöpferische Unterbrechung des Alltags, und es ist dort weniger langweilig, als Sie vermuten.

Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich eine friedliche Advents- und Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr.

Ihr Pfarrer Christian Silbernagel