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Ein Herz für Russlanddeutsche: Jakob Rüb

Der 54-jährige Jakob Rüb ist ein sehr aktiver Mensch. Mitbegründer des Sportvereins Spartak Wetzlar, der junge Russlanddeutsche beim Spiel zusammenführt. In der Gnadenkirche hat der Mobilitätsberater seit 1991 an Treffen für Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion mitgearbeitet und leitet die Arbeit heute. Jakob Rüb stammt selbst aus Kasachstan, wo seine Familie zu einer evangelischen Gemeinde gehörte. Mit 14 Jahren, als die Regierung in Moskau es erlaubte, zog die Familie nach Marxstadt im Wolgagebiet. Die Perestroika ermöglichte es den Rübs, in ihre Heimat Deutschland zurückzukehren. 1989 ging es zunächst nach Bramsche bei Osnabrück, später nach Aßlar und dann nach Wetzlar. Hier begann der Vater in der Gnadenkirche mit Bibelstunden und Gottesdiensten für andere Heimkehrer. Jakob wollte in dieser Zeit als Jugendlicher nicht mehr viel vom Glauben wissen. Ein schwerer Unfall brachte ihn zur Besinnung und zur Entscheidung für den Glauben. Seitdem unterstützte er den Vater bei den Bibel- und Gebetsstunden. Damals, so erinnert er sich, kamen 5 oder 6 Personen in den Kreis. 1997 war die Gruppe auf 35 Personen angewachsen. „Wir erreichen Russlanddeutsche, die vom Glauben nicht viel wissen, weil sie in einem atheistischen System aufgewachsen sind“, so Rüb, der nach dem Tod des Vaters die Arbeit weiterführt. Sein Glaube an Gott und seine Liebe zu den Russlanddeutschen lassen ihn nicht ruhen. Damals schlug Pfarrer Karl-Oskar Henning ihm vor, eine Prädikantenausbildung bei der Evangelischen Kirche im Rheinland zu absolvieren. Dessen Nachfolger Christian Silbernagel wurde sein Mentor. Nach zweieinhalb Jahren wurde Jakob Rüb mit der Verwaltung der Sakramente und dem Predigen beauftragt. Pfarrer Henning gab ihm auch den Rat, Theologie zu studieren. Das war möglich im sechsjährigen Fernstudium, so dass er mit einem Bachelor diese Ausbildung abschloss. Auch die Ausbildung zum Notallseelsorger hat er absolviert und wird meist gerufen, wenn Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion einen Schicksalsschlag erlitten haben. Im Jahr 2015 hat Rüb die Bibelstunden und Gottesdienste in die Magdalenenkirche verlegt. Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat gibt es einen Gottesdienst um 11 Uhr. Jeden zweiten und vierten Sonntag hält Rüb Bibelstunde am Samstagabend, um 17 Uhr im Winter und um 18 Uhr im Sommer.