Kommt man in unsere Kirche begrüßt einen schon am Eingang das Bild des verlorenen Sohnes, der in die offenen Arme seines Vaters läuft. Diese Bild ist nicht nur auf gewisse Weise das Wahrzeichen unserer Kirche, sondern beschreibt auch das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen. In keinem anderen Gleichnis Jesus wird so deutlich wie wichtig es Gott ist, dass wir aus freiem Willen zu ihm kommen. Er möchte keinen gezwungenen Trupp voller Jasager, die jetzt lieber wo ganz anders wären. Er will Menschen, die aus freien Stücken zu ihm kommen um mit ihm zu leben. So wie der Vater seinen Sohn nicht aufhält, als dieser in die Welt hinaus will, so hindert Gott niemanden daran sich gegen ihn zu entscheiden. Auch wenn es ihm wahrscheinlich genauso schwer fällt, wie dem Vater, der seinen Sohn verabschiedet.
Und wie der liebende Vater nimmt Gott auch jeden wieder auf, der bemerkt, dass er in eine Sackgasse geraten ist. Selbst wenn er sich zuvor bewusst von Gott abgewandt hat. Aber was ist nun mit denen die durch den älteren Bruder dargestellt werden. Haben sie nicht allen Grund zornig und enttäuscht zu sein? Da bemühen sie sich ihr ganzes Leben so zu führen wie es dem Vater gefällt und trotzdem bekommt der jüngere Bruder, der das Erbe versoffen hat, ein großes Fest. Konnte der ältere denn keine Anerkennung erwarten?
Doch es ist ja nicht so, dass es ihm bei seinem Vater jemals schlecht gegangen wäre, er wusste immer, dass jemand da ist der ihn liebt. Er hatte immer Anteil an allem was sein Vater hatte, durch seine Arbeit in Haus und Hof hatte sein Leben immer einen Sinn, ein Ziel gehabt, so hat auch ein Leben mit Gott immer einen Sinn, selbst wenn er im verborgenen liegt. Der jüngere Bruder hingegen musste unter Selbstzweifeln und Angst seinen Stolz überwinden, sich eingestehen, sein Leben verpfuscht zu haben und umkehren.