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Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar

Fisch mit Schriftzug: Evangelisch in Wetzlar

Der Verlorene Sohn - Unser Wahrzeichen

Kommt man in unsere Kirche begrüßt einen schon am Eingang das Bild des verlorenen Sohnes, der in die offenen Arme seines Vaters läuft. Diese Bild ist nicht nur auf gewisse Weise das Wahrzeichen unserer Kirche, sondern beschreibt auch das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen. In keinem anderen Gleichnis Jesus wird so deutlich wie wichtig es Gott ist, dass wir aus freiem Willen zu ihm kommen. Er möchte keinen gezwungenen Trupp voller Jasager, die jetzt lieber wo ganz anders wären. Er will Menschen, die aus freien Stücken zu ihm kommen um mit ihm zu leben. So wie der Vater seinen Sohn nicht aufhält, als dieser in die Welt hinaus will, so hindert Gott niemanden daran sich gegen ihn zu entscheiden. Auch wenn es ihm wahrscheinlich genauso schwer fällt, wie dem Vater, der seinen Sohn verabschiedet.

Und wie der liebende Vater nimmt Gott auch jeden wieder auf, der bemerkt, dass er in eine Sackgasse geraten ist. Selbst wenn er sich zuvor bewusst von Gott abgewandt hat. Aber was ist nun mit denen die durch den älteren Bruder dargestellt werden. Haben sie nicht allen Grund zornig und enttäuscht zu sein? Da bemühen sie sich ihr ganzes Leben so zu führen wie es dem Vater gefällt und trotzdem bekommt der jüngere Bruder, der das Erbe versoffen hat, ein großes Fest. Konnte der ältere denn keine Anerkennung erwarten?

Doch es ist ja nicht so, dass es ihm bei seinem Vater jemals schlecht gegangen wäre, er wusste immer, dass jemand da ist der ihn liebt. Er hatte immer Anteil an allem was sein Vater hatte, durch seine Arbeit in Haus und Hof hatte sein Leben immer einen Sinn, ein Ziel gehabt, so hat auch ein Leben mit Gott immer einen Sinn, selbst wenn er im verborgenen liegt. Der jüngere Bruder hingegen musste unter Selbstzweifeln und Angst seinen Stolz überwinden, sich eingestehen, sein Leben verpfuscht zu haben und umkehren.

Wahrzeichen an der Fassade: Der Vater Wahrzeichen an der Fassade: Der verlorrene Sohn

Der verlorenen Sohn nach Luther:

Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, den Teil der Güter, der mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben. Und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein! denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen; und er rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, dass er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn gekommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wieder gefunden.