
45 Konfirmanden und Firmlinge mit ihren Betreuern haben sich gemeinsan auf einen rund vierstündigen ökumenischen Kreuzweg begeben. Die Teilnehmer aus den katholischen Gemeinden Wetzlar sowie der Evangelischen Kirchengemeinden Wetzlar und Oberbiel wurden vom evangelischen Pfarrer Dr. Siegfried Meier, Jugendleiterin Christina Daniel-Grass (Oberbiel), Pfarrer Horst Wilzeck-Sommer und vom katholischen Diakon Janusz Sojka geführt. An verschiedenen Stationen haben die Jugendlichen Stationen des Leidensweges Jesu bedacht. In diesem Jahr standen die sogenannte „Kreuzworte“ Jesu im Mittelpunkt der Besinnung. Es handelt sich um Aussprüche Jesu, die er am Kreuz auf Golgatha hängend, geäußert hat. Dazu zählen etwa: „Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ oder „Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“
Die Texte des Kreuzweges entstanden in enger Zusammenarbeit mit der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé (Burgund). Jede Station ist mit einem Bild versehen, das aus einem Fotowettbewerb für junge Menschen stammt.
„Heute erinnern wir uns daran, dass Jesus bis zum Äußersten ging“, so Frau Daniel-Grass bei der Eröffnung in der evangelischen Kirche in Oberbiel. Jesus habe sich auf die Seite der Armen und Schwachen gestellt. „Er wählte den letzten Platz, willigt in das Scheitern ein“. Gebete, besinnliche Texte, und Lieder, die von Sojka und Playback-Musik begleitet werden, wechseln sich ab. Dann nehmen zwei Jugendliche und tragen das etwa 3 Meter hohe Holzkreuz zur nächsten Station.
Im Kloster Altenberg der Königsberger Diakonie weist Pfarrer Wilzeck-Sommer darauf hin, dass dieser Ort über Jahrhunderte eine Stätte des Anbetung ist. Auch nach dem Weggang der Diakonissen nach Wetzlar findet jeden Sonntag ein Gottesdienst in der Klosterkirche statt. Ein Großfeuer habe 1952 das Kloster völlig zerstört. Die Diakonissen, die aus Ostpreußen vertrieben wurden, haben bis 1955 die Gebäude wieder aufgebautund ihr Mutterhaus darin eingerichtet. Der Weg Jesu von der Geburt bis zur Kreuzing, so Wilzeck-Sommer, sei ein Weg der Liebe gewesen. „Gewalt und Terror werden vergehen – die Lieber aber bleibt“, so der Pfarrer im Ruhestand.
Die letzten beiden Stationen des Kreuzweges führen in das Gemeindezentrum Heilig Geist sowie zur katholischen Sankt Markus-Kirche in Dalheim. Hier konnten sich die Jugendlichen nach dem Marsch mit Essen und Trinken stärken.
