
Eine umfassende Renovierung der 50 Jahre alten Kreuzkirche hat begonnen. Nach Angaben von Pfarrer Jörg Süß rechnet die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar mit Gesamtkosten von rund 470.000 Euro. Finanziert wird die Baumaßnahme vor allem durch den Verkauf eines Pfarr- und eines Küsterhauses, eine Erbschaft und den seit einigen Jahren angesparten Spenden von Gemeindemitgliedern in Höhe von 307.000 Euro. Auch aus dem Haushalt der Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar fließen Gelder. Dennoch, so Süß, ist die Gemeinde gefordert, weitere Spenden aufzubringen, um den ungedeckten Teil der Summe aufzubringen.
Genau im Jubiläumsjahr wird die 1959 eingeweihte Gotteshaus innen und außen wieder auf Vordermann gebracht. Der erste Spatenstich erfolgte im März 1957, am 22. April die Grundsteinlegung. Bereits am 11. Juli konnte Richtfest gefeiert werden. Am 25. Dezember 1958 fand der erste Weihnachtsgottesdienst noch vor der offiziellen Einweihung in dem neuen Gotteshaus statt. Der Einweihungsgottesdienst weurde am 11. Januar 1959 gefeiert. Zwei Jahre später gehörte auch eine Orgel zum Gotteshaus, die 1987 eine Erweiterung erfuhr. 1969 wurde die Kirche erstmals erweitert durch den Eingangsbereich und den Anbau einer Küche. 1979/1980 foglte ein Anbau mit zusätzlichen Gemeinderäume und Sanitäranlage.
In den vergangenen Jahren hat nicht nur die Gemeinde um die Kreuzkirche das Gebäude genutzt. Auch für viele kreiskirchliche Veranstaltungen, private Feiern und Tagungen hat sich das großzügige Haus angeboten. Als die evangelische Kindertagesstätte Johanneshof erweitert wurde, fanden die Mädchen und Jungen eine Bleibe im Gemeindehaus. „Diese rege Nutzung hat ihre Spuren hinterlassen“, so Süß. Bis Jahresende, so hofft der Pfarrer, kann die Renovierung abgeschlossen werden. Sowohl innen als auch außen sind Arbeiten geplant. Die Außenfassade soll neu angestrichen werden. Das Gemeindehaus wird mit einer Wärmedämmung versehen. Die alte Gas-heizungsanlage wird durch eine moderne Holzpellets-Heizung ersetzt. Die Räume werden neu tapeziert und die Fußbodenbeläger erneuert. Ferner wird die Toilettenanlage modernisiert und um eine behindertengerechte Toilette erweitert.
Während der gesamten Bauzeit werden die Gottesdienste weitergeführt. Sollte die Kirche einige Zeit nicht begehbar sein, wird der Gottesdienst im angrenzenen Gemeindesaal stattfinden, so Pfarrer Süß. Die Nutzung der Gemeinderäume ist allerdings sehr eingeschränkt. Bei der Neugestaltung wird die Kirchengemeinde durch die Leipziger Künstlern Agnes Gensichen beraten, die auch schon in der Magdalenenkirche, der Hospitalkirche und im Gemeindezentrum in Dalheim Akzente gesetzt hat. Sie stellte vor wenigen Tagen erste Entwürfe vor, die nun von den Gemeindemitgliedern diskutiert werden können.
Bild von links: Pfarrer Helmut Hofmann, die Leipziger Künstlerin Agnes Gensichen und Pfarrer Jörg Süß mit verschiedenen Vorschlägen zur Neugestaltung des Innenraums der Kreuzkirche.