
Das Leben in der Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar wird von 430 Mitarbeitern gestaltet. Darauf hat der Vorsitzende des Bevollmächtigtenausschusses, Pfarrer Jörg Süß, hingewiesen. Die rund 11.000 Mitglieder zählende Gemeinde in der Kernstadt hatte zu einem Mitarbeiterdankfest eingeladen, zu dem Süß rund 200 Besucher begrüßen konnte. Dabei dankte Pfarrer Süß für das vielfältige Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen. Dieser Dank setzte sich fort in einem Buffett und einer anschließenden szenischen Lesung der Theaterkompanie Leipzig. Fünf Mitglieder des Ensembles stellten in der Kreuzkirche das Leben und Wirken des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer unter dem Titel „Widerstand und Ergebung“ vor, der am 9. April 1944 im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nationalsozialisten erhängt wurde. Bonhoeffer gehörte zu den Befürwortern eines Attentates auf Adolf Hitler. „Rebellion gegen Tyrannen ist Gehorsam gegen Gott“ war eine Handlungsmaxime Bonhoeffers, die er mit seinem Leben verteidigte.
Susanne Bolf, Jürgen Fliegel, Bernhard Biller und Alexander Fabisch von der Theaterkompanie spielten Gespräche zwischen dem jungen Dietrich und seiner Zwillingsschwester Sabine nach, lasen aus seinen Predigten und rückten vor allem Briefe zwischen ihm und seiner Verlobten Maria von Wedemeyer in den Vordergrund. Mit eindringlichen Klavierstücken unterstrich Friederike Frey die szenischen Lesungen. Bekannte Texte des Theologen aus der Haftzeit, etwa „Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle gelassen und heiter und fest wie ein Gutsherr aus seinem Schloß ...“ oder „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ rezitierte das Ensemble. Romantisch und offenlegend waren die Liebesbriefe Bonhoeffers an seine Braut. Die Lesung gipfelte in der Aussage „Dietrich Bonhoeffer ist das deutsche Gewissen“.