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Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar

Fisch mit Schriftzug: Evangelisch in Wetzlar

Ehepaar Küppers setzt sich für Behinderte in Tambow ein

Pfarrer Küppers (von links) begrüßt im Beisein der Apparel-Direktorin Lumila Makarowa

Zum 26. Mal sind Pfarrer i. R. Ernst Udo Küppers und seine Frau Ursula (Lich) im Frühjahr nach Tambow in Russland gereist. Seit 1992 pflegt der evangelische Kirchenkreis Wetzlar mit der dortigen orthodoxen Diözese eine Partnerschaft. Die Gestaltung der Partnerschaft ist Aufgabe des Osteuropa Ausschusses des Kirchenkreises, deren Vorsitzende Ehepaar Küppers seit 1992 sind. Neben einem Planungsgespräch mit dem Tambower Bischof Feodosij diente der einwöchige Aufenthalt der Intensivierung der Beziehung mit der Behinderten-Initiative Apparel. Die Gründung dieser Initiative vor neun Jahren geht auf die persönlichen Erfahrungen und das Engagement einer Mutter zurück, deren Tochter seit der Geburt behindert ist. Zu der Initiative gehören heute über 80 behinderte Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren. Mit Beendigung der Schule finden Behinderte in Russland nur mit Mühe in einen Ausbildungs- oder Arbeitsprozess. Apparel bietet deshalb Möglichkeiten zur Freizeitbeschäftigung. An mehreren Tagen in der Woche können die jungen Menschen Angebote in Anspruch nehmen, die von sportlichen Aktivitäten über verwaltungstechnische Aufgaben bis zu künstlerischen Gestaltungen reichen.

Erste Erfahrungen im Kochen machen in diesen Monaten blinde Menschen in der kleinen Küche von Apparel. Von den guten Ergebnissen konnten sich Ernst Udo und Ursula Küppers bei einem Mittagessen überzeugen. Seit 2005 entsendet die Evangelische Kirche im Rheinland in jedem Herbst zwei freiwillige Friedensdienstler zu Apparel. Gemeinsam mit den russischen Volontären, Studierenden, die einen Teil ihrer Freizeit den Mitgliedern von Apparel widmen, sind sie für die Initiative inzwischen unersetzlich geworden. Während ihres Aufenthaltes lernte Ehepaar Küppers die verschiedenen Einrichtungen kennen, die ihre Räumlichkeiten meist unentgeltlich für die Aktivitäten zur Verfügung stellen. Sie führten Gespräche mit Psychologen, Ärzten, Sportlern, Verantwortlichen aus der Gebietsverwaltung und Künstlern, die sich ehrenamtlich oder durch eine geringfügige Entlohnung Apparel zur Verfügung stellen. Sie besuchten einzelne Behinderte zu Hause und erlebten, mit welchen praktischen Schwierigkeiten behinderte Menschen in diesem Land zu kämpfen haben.

Mehrere Stunden am Tag erarbeiteten sie mit der Apparel-Direktorin Ludmila Makarowa einen Antrag auf Finanzierung. Apparel ist, wie jede Nicht-Regierungs-Organisation in Russland, auf Spenden angewiesen. Eine längerfristige Planung ist deshalb so gut wie unmöglich. Apparel wird seit Gründung finanziell durch Spenden vom Russlandhilfe-Tambow-Projekt der Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar, Bezirk Heilig-Geist, unterstützt.

Bild: Pfarrer Küppers (von links) begrüßt im Beisein der Apparel-Direktorin Lumila Makarowa, der Direktorin von Apparel eine blinde junge Frau.

Erstellt von Lothar Rühl