
Einen Scheck über 3.750 Euro haben Kirchenmusikdirektor Joachim Eichhorn und Kantor Horst Christill an die gemeinnützige Organisation humedica übergeben. Der Betrag ist beim ökumenischen Benefizkonzert zum Jahresschluss am 30. Dezember im Dom zusammen gekommen. Über 500 Besucher haben an dem Konzert teilgenommen, das von den Chören der beiden Domgemeinden sowie dem Wetzlarer Bach-Collegium und den Solisten Marion Clausen, Kira Petry, Michael Brauer und Wolfgang Weiß gestaltet wurde.
Der Initiator und Mitbegründer des humedcia-Ärzteteams, der Albshausener Medziner Georg Müller, dankte den beiden Chorleitern für ihr Engagement zugunsten der Erdbebenopfer. Bereits im Februar letzten Jahres hatten die beiden Organisten einen Scheck über 2.500 Euro an Müller als Erlös der Faschingsmatinee.
Ein Jahr nach dem Beben leiden die Menschen in Haiti immer noch unter den Folgen des Erdbebens. humedica hat Dank der Spenden aus Deutschland nicht nur mit 140 Ärzten und Pflegekräften Nothilfe geleistet, so Müller. Inzwischen ist auch das Krankenhaus der Hoffnung (Hopital Espoir) wieder aufgebaut worden, das durch das Beben teilweise eingestürzt war. Angesichts der vielen Haitianer, die bei dem Beben von umstürzenden Gebäuden verletzt wurden, baut humedica derzeit ein Prothesen- und Orthesen-Zentrum in Port-au-Prince auf, für das die Spende aus Wetzlar eingesetzt werden soll.
Nach Amputationen von Armen oder Beinen müssten die Betroffenen für den Rest ihres Lebens mit einer Behinderung verbringen. Andere bedürften auch nach Monaten noch der Unterstützung bei der Rehabilitation ihrer schweren Verletzungen. Schätzungen zufolge gibt es in Haiti insgesamt bis zu 9.500 Menschen mit Amputationen. Zwischen 1.500 und 2.000 Haitianer verloren Gliedmaßen aufgrund der schweren Verletzungen, die sie während des Erdbebens erlitten hatten. Weitere 7.000 Menschen benötigen zur Rehabilitation orthopädische Hilfsmittel, sogenannte Orthesen. Knochenbrüche, Rückenmarks- und andere Verletzungen, die auf das Beben zurückgehen, können bei den Patienten mit Orthesen fixiert und therapiert werden. Für viele behinderte Menschen in Haiti bedeuteten Arm- oder Beinprothesen ein besseres Leben. Orthesen helfen den Patienten dabei ihre oftmals schweren Verletzungen zu heilen und wieder ohne körperliche Beeinträchtigungen leben zu können, so Müller.
Bild von links: Kirchenmusikdirektor Joachim Eichhorn, Georg Müller und Domkantor Horst Christill bei der Scheckübergabe im Wetzlarer Dom für den Bau eines Reha-Zentrum in Haiti.
Foto: Rühl