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Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar

Fisch mit Schriftzug: Evangelisch in Wetzlar

Martin Wilms bringt Ruhrpott-Slang in die Kreuzkirche

Der Kabarettist Martin Wilms strapazierte die Lachmuskeln der 200 Besucher in der Kreuzkirche.

Kabarettist bringt 200 Besucher zum Lachen und Nachdenken

„Wenn Maisöl aus Mais gemacht wird, woraus wird dann Babyöl hergestellt?“ Eine von vielen nicht Ernst gemeinten Fragen, die der Kabarettist Martin Wilms (Dorsten im Kreis Recklingshausen) in der Kreuzkirche in Wetzlar stellte. Der 40-Jährige spielte auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar sein Programm „Die Fragen aller Fragen“. Dazu konnte der Presyteriumsvorsitzende Pfarrer Jörg Süß rund 200 Besucher begrüßen, die in den eineinhalb Stunden ihre Lachmuskeln stark strapazierten. Wilms kommt nicht ohne Zugaben aus.

„Warum erhalten in den USA die Todeskandidaten die Giftinjektion nur mit sterilen Spritzen? Wie kommt das Schild 'Rasen betreten verboten“ in die Mitte des Rasens? Was ist eine Doppelhaushälfte? Ein ganzes Haus“. Von Anfang an hatte „Der Wilms“, wie sich der Künstler nennt, sein Publikum im Griff. Er mache Kabarett nicht Cabaret, erläuterte er zu Anfang. Es würde auch blöd aussehen, wenn er in Strapsen vor dem Publikum in der Kreuzkirche auftrete, sinnierte er. Er mache keine Comedy. Diese Kollegen machten das nur für Geld. Der Kabarettist trete auf des Geldes wegen. Kaum war der letzte Lacher verhalt, kokettierte er mit seiner Herkunft aus Essen-Borbeck und der derben Sprache im Ruhrpott. „Quassel nich und schepp“ habe ihm seiner Mutter beim Mittagessen befohlen. Ein anderes Beispiel ist die Unterhaltung zwischen Tochter und Mutter. Sagt die Tochter „Gib mich mal die Pommes“, so verbessert die Mutter: Das heißt: 'gib mich mal die Pommes, bitte“.

Die nächste Erkenntnis des Esseners lautete „Männer und Frauen passen nicht zusammen“. Wilms: „Wenn Mahatma Gandhi und Mutter Teresa verheiratet gewesen wären, hätte sie noch gestritten, wer am wenigsten, ist.“ Sein Friseurbesuch bei Willi um die Ecke koste 10 Euro. Wenn seine Frau zum Friseur gehe, mache sie einen halben Tag Urlaub, fahre bis nach Düsseldorf mit einer Freundin und komme mit einer Rechnung von 120 Euro zurück. Dabei sei ihr gar nicht anzusehen, dass der Friseur etwas an ihr gemacht habe. Auch wenn er keinen Unterschied sehe, so antworte seine Almut, eine Frau fühle den Unterschied aber.

Sofort gab er Tipps, wie sich ein Mann beim ersten Rendevous nicht verhalten solle. Die Aussage „Du hast Beine wie ein Reh – nicht so schlank, aber so behaart“ komme nicht gut an. Oder „Du hast Zähne wie Sterne – gelb und weit auseinander“.

Das Navigationsgerät für das Auto sei die „beste Erfindung seit es Schokolade gibt, für Frauen ein Kommunikationskiller“. Kaum zu beschreiben, seine Schilderung bei der Suche seines Geldbeutels, den Almut beim Brötcheneinkauf morgens auf dem Beifahrersitz hat liegen lassen.

Mann und Frau sind für ihn wie Töpfchen und Deckelchen, Hippelchen und Tippelchen, Asterix und Obelix, wobei er sich eher als Obelix sieht. Immer wieder kommen auch nachdenkliche Töne beim Publikum an, etwa wenn er schildert, dass in Städten ab 100.000 Einwohnern Ehen nur noch vier Jahre im Schnitt halten. Wenn er sich von seiner Frau nach den ersten vier Jahren getrennt hätte, wäre der zweite Sohn nicht geboren und sie hätten viele Themen und schwierige Zeiten nicht gemeistert.

Kaum hatte er seine Frau Almut durch den Kakao gezogen, besang er sie mit einem Liebeslied. Anschließend brillierte Martin Wilms mit einer längeren Passage zum Thema Kochen. Die Frau bereite das Essen zu. Er koche – beispielsweise Fischstäbchen. Dass im Laufe der Ehe nicht alles schmecke, gab er zu. Dann sage sie höflich „Du hast dir bestimmt Mühe gegeben. Hol doch mal die Nummer vom Pizzataxi.“

Wer sich nur von gesunden Körnerprodukten ernähre, habe zwar eine 20 Jahre längere Lebensdauer. Er müsse aber das Zeug dann auch noch 20 Jahre länger essen.

Schließlich erreichte Wilms dann doch noch das Thema seines kabarettistischen Programm „Die Mutter aller Fragen“. Musikalisch trug er sie vor: Warum sind wir hier? Letztlich sollte jeder sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen, so Wilms, der seit 1991 Mitglied beim „Kabarett Notausgang“! ist, das unter anderem das Gospelprojekts „christians at work“ bei seinen Auftritten begleitet. „Der Glaube an Gott lässt mich jeden Morgen aufstehen. Die Beziehung zu Jesus ist das Wichtigste in meinem Leben“ gibt er den Zuhörern noch mit. Den humorvollen und entspannten Abend hatte die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern gegönnt. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Abendessen.

Bild: Der Kabarettist Martin Wilms strapazierte die Lachmuskeln der 200 Besucher in der Kreuzkirche.