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Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar

Fisch mit Schriftzug: Evangelisch in Wetzlar

Ökumenischen Kreuzweg: Junge Leute tragen Holzkreuz von Dalheim nach Oberbiel

Tage der offenen Tür im evangelischen Jugendzentrum K11. Während sich Kinder draußen an den Spielen erfreuten, haben vor allem Erwachsene das Haus bei einer Führung besichtigt.

30 Konfirmanden und Firmlinge mit ihren Betreuern haben sich gemeinsan auf einen rund vierstündigen ökumenischen Kreuzweg begeben. Die Teilnehmer aus den katholischen Gemeinden Wetzlars sowie der Evangelischen Kirchengemeinden Wetzlar und Oberbiel wurden vom evangelischen Pfarrer Dr. Siegfried Meier, Jugendleiterin Christina Daniel-Grass (Oberbiel) und vom katholischen Diakon Janusz Sojka geführt. An verschiedenen Stationen haben die Jugendlichen Stationen des Leidensweges Jesu bedacht. In diesem Jahr standen die Betrachtungen unter dem Thema „Aus seiner Sicht“. Gemeint war die Sicht des leidenden Christus. An jeder Station betrachteten die Jugendlichen Bilder aus dem Passionszyklus des Malers und Theologen Stefan Weyergraf (Adelschlag bei Eichstätt). Er zeigt die Passionsgeschichte aus der Perspektive Jesu, der selbst nicht auf den Bildern zu sehen ist. Beispielsweise ist die Szene vom Einzug in Jerusalem am Palmsonntag vom reitenden Jesus auf dem Esel aus dargestellt. Vor Pontius Pilatus hat der Maler das Bild so gestaltet, wie Jesus auf den römischen Statthalter und die jüdischen Hohenpriester geblickt haben mag.

Diakon Janusz Sojka sagte bei der Eröffnung des Kreuzweges in der St. Markus-Kirche in Dalheim, die Passions- oder Fastenzeit werde in der Tradition der Kirchen auch als Zeit der Umkehr verstanden. Die Stationen sollten helfen, das Leiden und Sterben des Sohnes Gottes zu verstehen. Dabei spannte er den Bogen zu dem Leiden heute. Er fragte nach dem Leid, das derzeit Japan erfährt mit rund 30.000 Toten durch Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe, aber auch nach dem Leiden der Menschen in Libyen, wo der Präsident den Menschen nicht Brot schicke, sondern Bomben und Geschosse. Andererseits wies er auf das Leiden in ärmeren Ländern wie Brasilien, wo Menschen nicht genug zu essen haben und nur in einfachen Hütten leben. „Macht es Gott nichts aus?“, fragte Sojka, um anschließend das Leiden Jesu in den Blick zu nehmen. Weitere Sationen waren das evangelische Gemeindezentrum Heilig-Geist in Dalheim, die Klosterkirche der Königsberger Diakonie auf dem Altenberg und schließlich die evangelische Kirche in Oberbiel. Dort hatte Frau Daniel-Grass mit Helfern einen Snack für die Jugendlichen vorbereitet, die sich nach dem Marsch mit Essen und Trinken stärken konnten.

Bild: Jugendliche auf den ökumenischen Kreuzweg von Dalheim nach Oberbiel. Ihr Weg führte über das Kloster Altenberg.

Foto: Rühl