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Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar

Fisch mit Schriftzug: Evangelisch in Wetzlar

Das Altarfenster

Das Altarfenster reicht vom Fußboden bis zur Decke und setzt sich aus 24 einzelnen Buntglasfeldern zusammen. Beim ersten Hinsehen scheint es eine verwirrende Fülle von Farben und Linien, die schließlich ein harmonisches Ganzes bilden. Eine große Komposition der Geschichte Gottes mit der Welt und der Menschheit. Gottes Heilsgeschichte in 24 Bildern. Aus dem Zeugnis des Alten und Neuen Testaments hat sie der Künstler auf diesem Bild zeichenhaft dargestellt.
Aus der dunklen, brodelnden Tiefe des Urchaos wie eines unheimlichen, furchterregenden Meeres entsteht durch das vollmächtige Wort des Schöpfers "Es werde Licht" eine geordnete, auf Leben und Wachstum angelegte Schöpfung, die sich hier in grünen Knospen und Blättern auf vielfache Weise symbolisch darstellt. So kommt Licht in das Dunkel, und keimendes Leben weist unter der göttlichen Verheißung von Fruchtbarkeit in die Zukunft. Aber da haben die Menschen, denen Gott die Fülle des Lebens zugedacht hatte, sich gegen ihren Schöpfer aufgelehnt, um selbst zu werden wie Gott. Und so werden sie aus dem Paradies vertrieben. So müssen sie nun hinausgehen in ein Leben unter dem Fluch der Mühsal, des Leidens und der Schmerzen, um am Ende dem Tod zu verfallen.
An diese Entfremdung des Menschen von seinem Schöpfer erinnert auch die Gestalt im rechten unteren Fenster. Da kehrt die Taube über den sich eben verlaufenden Wassern der Sintflut in die Hand Noah's zurück. Die Mitte des Fensters wird von dem zentralen Ereignis der alttestamentlichen Heilsgeschichte beherrscht. Gott führt sein Volk durch Moses aus der Sklaverei Ägyptens und ruft sie auf einen neuen Weg, aus der Finsternis und Verzweiflung in die herrliche Freiheit. Hinter der Gestalt Moses werden die Gesetzestafeln des Bundes sichtbar, die Zehn Gebote. Im rechten mittleren Feld sind die Kundschafter zu erkennen, die eine Probe vom Reichtum, von den Früchten des Landes bei sich haben - zum Zeichen dafür, daß Gott keine leeren Versprechen gibt, sondern sein verlässliches Wort Leben in Fülle ermöglicht.
Das obere Drittel des Fensters lenkt die Blicke des Betrachters auf die unsichtbare, himmlische Welt. Über allem strahlt Christus als Licht der Welt, wie es in dem hellen Feld der oberen Bildmitte angedeutet wird. Dann ehren ihn alle Kreaturen, die Engel und die erlöste Menschheit. Sie alle sind um diese große Mitte gruppiert und bringen Ihm das ewige Lob und den ewigen Danke dar.