Besucher und Akteure singen gemeinsam in der Unteren Stadtkirche

Das Benefizkonzert am Sonntag in der Unteren Stadtkirche ist ein starkes Bekenntnis zum Chorgesang gewesen. 100 Besucher stimmten begeistert in das gemeinsame Lied „Nehmt Abschied Brüder“ ein, das den ganzen Kirchenraum erfüllte.
Zu dem Konzert eingeladen hatten drei Traditionschöre aus Wetzlar: der Erk'sche Männergesangverein von 1841 unter der Leitung von Dr. Matthias Zipp sowie der Lahngruß 1908 und der Union-Chor 1873, die unter der Leitung von Christa Löffler als Singegemeinschaft auftraten. Mit Zwischenspielen und in der Begleitung einiger Stücke war auch Kantor Dietrich Bräutigam von der Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar zu hören.

Die Kirchengemeinde und der Förderverein der Unteren Stadtkirche hatten zu dem musikalischen Ereignis eingeladen. Fördervereins-Vorsitzender Joachim Eichhorn wies bei seiner Begrüßung darauf hin, dass im kommenden Jahr eine umfangreiche Dachsanierung der Kirche am Schillerplatz anstehe. Von März bis Ende 2019 sei das Gotteshaus gesperrt, so dass keine Veranstaltungen darin stattfinden könnten.

Damit sei das Benefizkonzert die letzte große Veranstaltung vor der Bauphase. Eichhorn dankte den Chören, dass sie mit ihrem Auftritt die Sanierungsarbeiten unterstützten.

Eröffnet wurde das Konzert von allen Chören gemeinsam. Die insgesamt 40 Sängerinnen und Sänger trugen sehr stimmgewaltig das Lied „Lobt den Herrn der Welt“ von Willy Trapp nach einer Weise von Henry Purcell vor. Christliche Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten und Ländern folgten. So durfte das Sanctus von Franz Schubert (1797 bis 1828) nicht fehlen, vorgetragen vom Erk'schen Männerchor. Zu dessen Repertoire gehörte im ersten Teil auch das Gloria aus der Messe Nr. 6 in G-Dur von Charles Gounod (1818 bis 1893) und „Unser täglich Brot“ von Robert Pappert (1930 bis 2010), das ausgezeichnet in die herbstliche Zeit passte und bis 20. Jahrhundert führte.


„Leise, leise, fromme Weise“ stimmte die Chorgemeinschaft ein Lied von Carl Maria von Weber (1796 bis 1826) an. Eines der ältesten Lieder folgte mit Dona Pacem Domine (deutsch: Verleih uns Frieden gnädiglich), das der Reformator Martin Luther 1529 schrieb. Die Chorgemeinschaft sang es in der bekannten Fassung nach einem Satz von Manfred Bühler. Anschließend vollführte Christa Löffler mit ihren 22 Sängerinnen und Sängern einen Sprung von rund 500 Jahren als sie die Interpretation von Psalm 18 „Herr, ich suche Zuflucht bei dir“ sangen, die im 20. Jahrhundert in der geistlichen Gemeinschaft von Taize im französischen Burgund entstanden ist. Auch die Chorgemeinschaft bemühte Schubert mit „Schenke uns deinen Frieden“.

Alle drei Chöre verabschiedeten sich mit dem Ave Verum von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) in die Pause. Der zweite Teil wurde durch die Singgemeinschaft mit einem Lied eröffnet, das von vielen Interpreten der Volksmusik populär wurde: Die kleine Bergkirche. „Ein kleines Stück Musik“ von Pasquale Thibaut und Mozarts Abendruhe schlossen diesen Teil ab bevor der Erksche mit den drei Stücken Vineta, Des Tages Stimmen und Mondnacht der Bedeutung des Männerchorgesangs Bedeutung verliehen.

Besondere Begeisterung mit lange anhaltendem Applaus fand die gemeinsame Aufführung des bekannten Werkes „Nabucco“ (deutsch: Nebukadnezar), in dem Guiseppe Verdi im Jahr 1841 die Geschichte des Volkes Israels in der babylonischen Gefangenschaft aufgearbeitet hat. Nicht das gesamte Werk, sondern die Passage, in der der Chor der Gefangenen die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat besingt, war in der Unteren Stadtkirche zu hören..

 

Rund 100 Besucher beim Benefizkonzert in der Unteren Stadtkirche.

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