Das geistliche Wort

Liebe Gemeindeglieder,

Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land! So hat es Mose gehört, als er Gott auf Erden begegnet ist (2. Mose 3,5). Genauso ist auch der Ort, auf den wir durch die Adventszeit zugehen, heiliges Land. Der Heilige Abend, die Krippe, Weihnachten, heiliges Land, denn Gott ist auf diese Erde gekommen. Das wird uns als frohe Botschaft von den Evangelisten verkündet mit der Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria. „Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. (Lukas 1,34-35) „Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7,14): »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns. Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.“(Matthäus 1,22-25)

Für die Evangelisten Matthäus und Lukas ist damit gesagt, dass wir Gott begegnen, wenn wir Jesus begegnen. „Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!“

Wer Gott erkennen will, der muss in die Krippe schauen. Da wird er lernen, wer Gott ist. Und er wird lernen, dass Gott an die Stelle eines Menschen getreten ist. Jesus sagt, dass, wer immer ihn sieht, den Vater sieht und dass, wer immer einen Anderen liebt, ihn in der Person dieses Anderen liebt. Die Inkarnation, die Fleischwerdung Gottes in Jesus Christus ist ein Wendepunkt in der Geschichte. Die Geschichte der Menschheit hat einen Anfang und wird auch ein Ende haben. Die Mitte, um die sich alles dreht, ist das Kommen Gottes in die Welt. Seitdem Gott an die Stelle eines Menschen getreten ist, kann niemand mehr sagen: Der, dem ich etwas angetan habe, ist doch nur ein Mensch, na und?! War Christus am Kreuz Gott? Und war das Kind in der Jungfrau Maria Gott? Der Vernunft ist es nicht möglich zu glauben, dass Gott in der Jungfrau war und dass Gott am Kreuz war. Und doch ist die Erfahrung der christlichen Gemeinde dieselbe wie damals bei Mose: Wir begeben uns in der Adventszeit auf heiligen Boden.

Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich eine friedliche Advents- und Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr.

Christian Silbernagel

 

 

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